Page 212 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
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und Mädchenschule und mit dem
        Diakonat verbunden.                  Bibliogra& e
                                             „Praktische Gedächtnislehre, oder die
        In Königsbrück entstanden viele      Kunst, ein ganz vorzügliches Gedächtnis zu
        schri* stellerische Arbeiten, häu% g   erlangen“. Reichel Bautzen, 1842
        unter dem Pseudonym „Lothmar“.       „Wunderkuren eines unstudirten Dorfdoc-
        Die ersten Werke wurden bei Reichel   tors. Eine Volksschri* “. Reichel Bautzen,
        in Bautzen verlegt. Davon sind die   1844
                                             „Die Wünschelruthe. Eine Volksschri* “.
        „Praktische Gedächtnislehre“ und     Reichel Bautzen, 1844
        die „Wunderkuren eines unstudirten   „Reisen eines Verstorbenen in Sonne,
        Dorfdoctors“ in der British Library   Mond u. Sterne. Eine populäre Astrono-
        nachgewiesen. Viele Werke Marloths   mie“. Reichel Bautzen, 1844
        galten sozialen und pädagogischen    „Einige durch Zeitumstände nöthig gewor-
                                             dene Bemerkungen über Verbesserung des
        /  emen. Sie fanden Eingang in wich-  Er% nderwesens“. Orthaus Leipzig, 27 S.,
        tige Fachbibliogra% en der Medizin,   1844
        Mathematik, Astronomie, Philo-       „Stimmen über Grab, Tod u. Scheintod.
        sophie, Pädagogik und Philologie.    Eine Volksschri* “. O. Wigand Leipzig,
                                             195 S., 1845
        Mit seinen theologischen Schri* en   „Ueber das Lebendigbegraben. Erzählungen
        wandte er sich zumeist an spezielle   für das deutsche Volk“. O. Wigand Leipzig,
        Zielgruppen wie Kranke, Soldaten     1847
        und Auswanderer, denen Marloth       „Predigt am Charfreitage“. Teubner Leipzig,
        geistlichen Beistand leistete. 1847   15 S., 1847
                                             „Ueber Emancipation der Schullehrer“.
        unterstützte er das „Dresdner Album“   Pulsnitz, 12 S., 1848
        für die Hungernden im Erzgebirge,    „Sittenspiegel für Dienstboten männlichen
        im Vogtland und in der Oberlausitz,   und weiblichen Geschlechts in der Stadt
        das insgesamt 1700 Taler erbrachte.   und auf dem Lande“. Verlag der /  eodor
                                             Schmidtchen Kunst- und Buchhandlung, 93
        Im Zusammenhang mit den revolu-      S. sowie Ferdinand Rühle Dresden, 1851
        tionären Ereignissen 1848/49 gibt es   „Lebens-Portefeuille Gaben der Liebe und
        Hinweise auf erhebliche persönliche   Freundscha* “. Schmid Querfurt, 1853
                                             Manuskripte zu „Biblische Sprüche für Ehe-
        und beru# iche Probleme. So wurde
        er noch 1851 als ehemaliger Aktivist   leute“, „Biblischer Wegweiser für Auswan-
                                             derer“, „Biblische Sprüche für die Verhält-
        der sogenannten „Umsturzpartei“ in   nisse des Soldatenstandes“, Sammlung von
        Königsbrück polizeilich überwacht:   Liedern, Sprüchen und Betrachtungen für
        „...Individuen wurden im Jahre 1848   Kranke
                                             „Episoden aus dem Kriegsjahr 1866“. In:
        als Führer der Umsturzpartei auch    Beilage „Unsere Heimat“ zum „Sächsischen
        bemerkbar, sind aber von ihren frü-  Erzähler“, Nr. 27, 8.6.1926, verö+ . von F.
        heren Ansichten schon im Jahre 1850   Marloth, Halle/Saale (Enkel von Marloth)
        gänzlich abgegangen.“ (Die seinerzeit   „Chronik von Groß- und Kleindrebnitz“
        radikale Umsturzpartei gehörte zu    (1504–1869).
        den Vorläufern der Sozialdemokra-

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