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Lehmann, Julius Alexander


        Professor, Nestor des landwirtscha* lichen Versuchswesens in der Oberlausitz
        04.07.1825 Dresden – 12.01.1894 Dresden

        V: Johann Gottlob (*28.10.1786 Kötzschenbroda, † um 1866), um 1825 Einnehmer für Brand-
        versicherungsinstitut Dresden, 1839–1852 Freimaurer-Loge „Zum goldenen Apfel“, bis 1847
        Feuerlöschdirektor; M: Christiane Frederike geb. Einenkel (*29.6.1790 Dresden, †1868); G:
        Heinrich Edmund (Landbauinspektor und Baumeister, bis 1864 in Dresden, danach Leitung
        der Restaurierung der Albrechtsburg Meißen); E: 1866 Hochkirch, Marie Emilie geb. Richter
        (*28.11.1843 Elstra); K: Amalie Johanna verh. Herrmann (1886–1952)
        Lehmann studierte ab 1848 in Jena   Progymnasial- und Realklassen. Im
        und ab 1849 in Gießen bei Justus    Schulprogramm von 1855 publizierte
        von Liebig. In seiner Dissertation   er „Allgemeine Betrachtungen über
        von 1851 zum Dr. phil. behandelte er   die Pilze, und chemische Beiträge
        Ka+ ee aus chemisch-physiologischer   zur näheren Kenntniss derselben“.
        Sicht. In „Virchows Archiv für patho-  Die Schulschri* en wurden bei einem
        logische Anatomie und Physiologie   weiteren Bruder von Blochmann,
        und für klinische Medizin“ von 1857   Ernst Ehrenfried, und später bei des-
        wurden die Umsicht und Ausdau-      sen Sohn Heinrich Wilhelm Clemens
        er seiner Untersuchungen gelobt.    Blochmann gedruckt. Direktor war
        Anschließend arbeitete Lehmann in   inzwischen Georg Bezzenberger,
        Freiberger und Pariser Laboratorien.   ein Schwiegersohn von Karl Justus
                                            Blochmann, der selbst noch Religion
        1854 wechselte Lehmann als Oberleh-  unterrichtete. Zur Durchführung
        rer nach Dresden an das Vitzthum-   von chemischen Elementaranalysen
        Blochmann‘sche-Gymnasium. Es        entwickelte Lehmann einen gasbetrie-
        ging auf eine 1824 von Karl Justus   benen, kostengünstigen Heizapparat
        Blochmann gegründete Privatschu-    auf der Grundlage von 12 Bunsen-
        le zurück, die 1828 mit der Sti* ung   Lampen. Er führte die Arbeiten an
        von Rudolph Vitzthum von Apol-      der Polytechnischen Schule durch
        da verbunden wurde. Karl Justus     und publizierte sie 1857 in den „An-
        Blochmann, der wie sein Bruder      nalen der Chemie und Pharmacie“
        H=K>@K`q AT[TX^ B_]`q~?>> am        von Justus von Liebig. Zu Lehmanns
        Bautzener Gymnasium bei LT|˜K[      Schülern gehörte Hans Hübner, der
        G=|K‚= gelernt hatte, führte hier   als Professor für Chemie in Göttingen
        einen fundierten naturwissenscha* -  GTX^?< L][=X examinierte, der spä-
        lichen Unterricht ein. Lehmann      ter einer von Lehmanns Nachfolgern
        lehrte Chemie, Mineralogie, Zoologie   in Pommritz werden sollte.
        und Naturgeschichte in Gymnasial-,

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