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Das v. Vitzthum-Blochmann‘sche Gymnasial-Erziehungshaus, gezeichnet
von Ernst Ferdinand Oehme, in Stahl gestochen von J. Fleischmann, um
1830, Lizenz: Deutsche Fotothek CC BY-SA.
1857 erhielt Lehmann die Berufung hier eine Methode, Mehl aus ausge-
als Vorstand der landwirtscha* lichen wachsenem Roggen mittels Kochsalz
Versuchsstation im Rittergut Weidlitz zu einem lange haltbaren Brot zu
von P?T_ H=@~?>>. Wesentlichen backen. Lehmann wies für Brot mit
Ein# uss besaß vermutlich Liebigs Salzzusatz eine geringere Schimmel-
Empfehlung an / eodor Reu ning. bildung nach. Die Versuche wurden
Alternativ hatte sich Lehmann von zunächst in der Bäckerei Techritz und
Liebig Unterstützung für seine dann in der Militärbäckerei Dresden
Bewerbung zum sächsischen Apo- durchgeführt. Zudem untersuchte
thekenvisitator erbeten. Lehmanns Lehmann in Weidlitz P# anzendünger
Aufgabe in Weidlitz bestand darin, und Futtermittel auf ihren Nährsto+ -
naturwissenscha* liche Erkenntnisse, gehalt. 1858 gründeten Lehmann und
vor allem der Agrikulturchemie, für Hermann in Verbindung mit E@>X^
die Landwirtscha* der Oberlausitz Tq=]|]@ S^`q?@|^ und Julius
nutzbar zu machen. Zur Wissens- Adolph Stöckhardt die Zeitschri*
vermittlung hielt er Vorträge vor „Die Landwirtscha* lichen Versuchs-
dem landwirtscha* lichen Verein. Stationen“, die sich der Verbindung
Lehmann verfügte in Weidlitz über von landwirtscha* licher Praxis und
ein Laboratorium und ein Gewächs- naturwissenscha* lichen Grundlagen
haus sowie in Pannewitz über einen widmete.
Versuchsstall. Für das Laboratorium
richtete er mit der Hilfe von Rudolf Die Arbeit der Versuchsstation
Sigismund Blochmann eine kleine Weidlitz hatte sich trotz ungünstiger
Gasanstalt ein. Lehmanns erster Verkehrslage grundsätzlich bewährt,
Assistent war Conrad Wicke, dem sodass der bis 1862 laufende Kon-
Dr. Stößner folgte. Für das sächsische trakt um 6 Jahre verlängert werden
Innenministerium entwickelte er sollte, als Hermann starb. Zwei Jahre
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