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Gnauck, Friedrich Ernst


        Gemeindevorstand und Erbgerichtsbesitzer in Kleindrebnitz
        22.09.1852 Kleindrebnitz – 01.12.1927 Kleindrebnitz

        V: Carl Gottfried (15.10.1802–30.3.1882), Erbrichter und Gemeindevorstand in Kleindrebnitz;
        M: Eleonora Carolina geb. Richter (11.9.1818–18.1.1894), aus Weickersdorf; G: 11 Geschwister;
        E: Emma Pauline geb. Friebel (3.11.1855–18.10.1932), aus Altstadt (Stolpen); K: 6 Söhne, darun-
        ter Oskar (1.6.1877–1.6.1931, Gemeindevorstand in Kleindrebnitz), Bruno (2.11.1888–
        16.9.1969, letzter Erbgerichtsbesitzer aus der Familie Gnauck), 3 Töchter, 1 P# egekind


        Ernst Gnauck stammte aus einer alt-
        eingesessenen Bauernfamilie, die sich
        im benachbarten Goldbach schon im
        16. Jahrhundert nachweisen lässt. We-
        nig später ließen sich Nachkommen
        im nahen Weickersdorf nieder. Nach
        der Ableitung des Namens „Gnauck“
        vom unterfränkischen „gnauken“
        (bejahend nicken) ist anzunehmen,
        dass frühere Vorfahren mit der Ost-
        besiedelung nach Sachsen gekommen
        waren. Der Kleindrebnitzer Zweig
        ging im 18. Jahrhundert aus dem
        Weickersdorfer hervor, dem auch
        der Leisniger Altertumsforscher Max
        Otto Gnauck angehörte.

        Der Vater, Carl Gottfried Gnauck,
        war nach der sächsischen Landge-
        meindereform der erste gewählte
        Gemeindevorstand (1839–1851) in     Siegel des Erbgerichts Kleindrebnitz
        Kleindrebnitz. Er kau* e 1849 zusätz-
        lich zum Stammgut das Erbgericht    Weil in Großdrebnitz der Lehrer für
        Kleindrebnitz vom Rennersdorfer     136 Schüler zuständig war, schickten
        Kammergutsverwalter J]q?>>          sie ihren Sohn Ernst nach Bühlau
        G]^^€@K=| N?‚=. Es verblieb für     zur Schule, um ihm einen optimalen
        drei Generationen im Familienbesitz.   Unterricht angedeihen zu lassen. Er
        Die Eltern legten großen Wert auf   wohnte in dieser Zeit bei einer älteren
        eine gute Schulbildung ihrer Kinder.   Schwester. Aufgrund der familiären

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