Page 253 - Lebensbilder_aus_der_Oberlausitz
P. 253

Lindenau vorbehalten (die Kunstaka-
        demien in Dresden und Leipzig, die
        königlichen Sammlungen sowie die
        Versorgungs- und Strafanstalten, dar-
        unter die von G]^^_]{ A|]_€ E@>X^
        <]> N]X^K^™ T>| Jš>‚=>|]@€ in
        Pirna und Bräunsdorf gegründeten
        sowie die Landeswaisenanstalt in
        Großhennersdorf).
                                            1840 wurde die von Gottfried Sem-
        Nostitz führte in Sachsen zur Zeit   per erbaute Synagoge in Dresden
        von König Friedrich August II. eine   geweiht (Gustav Täubert, um 1850).
        Landgemeindeordnung (1838), eine    Als der für Dresden und Leipzig
        Armenordnung (1840) und Gesetze     zuständige Oberrabbiner Zacharias
        zur Teilbarkeit des Grundeigentums,   Frankel 1836 nach Sachsen kam,
        zum Schutz von künstlerischen und   dur+ en die Juden hier ihre Religion
        literarischen Werken sowie zu einer   noch nicht ö` entlich ausüben, die
        besseren Rechtsstellung der jüdischen   Errichtung einer Synagoge war ih-
        Bevölkerung ein. In einer Zeit des   nen untersagt. Sie besaßen kein Bür-
        wirtscha* lichen Aufschwungs kam    gerrecht, ihr Eid keine Glaubwür-
        insbesondere den Bereichen Indus-   digkeit. Die vom Innenministerium
        trie, Handwerk, Handel und Verkehr   unter Nostitz erlassenen Gesetze
        große Bedeutung zu. So betrafen der   stellten einen bedeutenden Beitrag
        Bau der Eisenbahnstrecke Leipzig-   zur Emanzipation der jüdischen
        Dresden und deren Einweihung 1839   Bevölkerung in Sachsen dar.
        sowie die Planungen für die Säch-
        sisch-Schlesische Eisenbahn Nostitz‘   als Grundsatz feststellen wird.“) und
        Zuständigkeitsbereich.              liberaler Tendenzen unter Linde-
                                            nau als Innenminister nahm unter
        Auch in Sachsen gärte die gesell-   Nostitz die Zensur wieder zu. Ge-
        scha* liche Unzufriedenheit des     setzentwürfe zur Pressefreiheit traten
        Vormärz. Entgegen der vorgesehenen   nicht in Kra* . Weil aber verglichen
        weitreichenden Pressefreiheit nach   mit anderen deutschen Staaten in
        der Sächsischen Verfassung („Die    Sachsen noch relativ tolerante Rege-
        Angelegenheiten der Presse und des   lungen galten, konnte sich Leipzig
        Buchhandels werden durch ein Gesetz  zu einem Zentrum liberaler Dichter
        geordnet werden, welches die Freiheit   und Schri* steller entwickeln. Der von
        derselben, unter Berücksichtigung   R]{=@^ H=__=@ 1842 maßgeblich
        der Vorschri* en der Bundesgesetze   mitbegründete Literatenverein forder-
        und der Sicherung gegen Mißbrauch,   te vergeblich weitere Verbesserungen

                                                                           253
   248   249   250   251   252   253   254   255   256   257   258